Schweres Asthma behandeln

Bei der medikamentösen Behandlung von schwerem unkontrolliertem Asthma gibt es verschiedene Möglichkeiten. Allen voran steht das Ziel, die Erkrankung unter Kontrolle zu bringen. Auf dieser Seite erhalten Sie einen Überblick über Behandlungsoptionen und mögliche Ansätze, die Entzündung in Ihren Atemwegen einzudämmen. Sie wollen mehr zu Ihren Möglichkeiten bei der Asthmatherapie erfahren? Dann sprechen Sie Ihren Arzt an!

Nicht medikamentöse Behandlung

Zur Unterstützung Ihrer medikamentösen Behandlung eignen sich einige Maßnahmen zur besseren Krankheitsbewältigung und für ein gutes Selbstmanagement. Diese können Ihnen helfen, wieder das Gefühl von Kontrolle über Ihr schweres Asthma zu erlangen. Ein wichtiger Teil der nicht-medikamentösen Behandlung ist z. B. die Anwendung bestimmter Atemtechniken bei Atemnot. Aber auch das Meiden von möglichen Auslösern oder eine unterstützende Psychotherapie kann Ihnen das Leben mit der Erkrankung erleichtern.

Hilfreiche Atemtechniken bei Atemnot

Medikamentöse Behandlung von Asthma – im Überblick

Grundsätzlich gibt es bei der Asthma-Behandlung zwei Hauptgruppen von Medikamenten:



  • Dauermedikamente (Controller) werden regelmäßig und über einen längeren Zeitraum eingesetzt. Sie wirken lange und entfalten langfristig ihre vorbeugende Wirkung.



  • Bedarfsmedikamente (Reliever) werden bei akuten Beschwerden, wie Atemnot oder einem Asthma-Anfall, eingesetzt. Sie dienen der raschen und kurzfristigen, aber nicht lange anhaltenden Erweiterung der Atemwege.

Wichtig:

Aufgrund der unterschiedlichen Ursachen und Verläufe von Asthma kann es einige Zeit dauern, bis ein optimaler Behandlungsplan aufgestellt ist.

Sie haben trotz Ihrer Therapie das Gefühl, Ihr Asthma ist nicht gut kontrolliert und Sie leiden tagsüber und nachts unter Symptomen? Dann sollten Sie nicht zögern und Ihren Arzt darauf ansprechen.

Asthma-Stufentherapie bei Erwachsenen

Um eine möglichst gute Asthmakontrolle zu erreichen, orientiert sich Ihr Arzt in der Regel an einem 5-stufigen Therapieschema:

Schweres unkontrolliertes Asthma behandeln

Der Grad der Asthmakontrolle entscheidet darüber, ob eine Veränderung Ihrer Medikamente nötig ist oder nicht. Das kann bedeuten, dass andere Medikamente verordnet werden müssen als bisher, oder die Medikamente häufiger bzw. in höheren Dosen angewendet werden müssen. Da Asthma im Allgemeinen als eine gut behandelbare Erkrankung gilt, 

lässt es sich bei vielen Patienten mit Medikamenten der Therapiestufen 1 bis 4 unter Kontrolle bringen. Für Menschen mit schwerem Asthma, die unter diesem Behandlungsplan keine Asthma-Kontrolle erreichen, kommen zielgerichtete Medikamente in Betracht. Sie greifen gezielt in die Entzündungsprozesse ein und wirken so der Ursache von Asthma entgegen.

    Interleukine spielen die Hauptrolle bei

    Interleukine sind Botenstoffe, die Prozesse des Immunsystems beeinflussen, indem sie Botschaften zwischen den Zellen übermitteln. Nach der Reihenfolge ihrer Entdeckung werden sie in mehrere Untergruppen unterteilt, die durch Zahlen gekennzeichnet werden. Abhängig von der Art des Interleukins und der Zielzelle erfüllen sie zahlreiche Funktionen: So können Interleukine beispielsweise entzündungshemmend sein. IL-4, IL-13 und IL-5 gehören bei Asthma mit Typ-2-Entzündung zu der Kategorie „entzündungsfördernd“ und tragen wesentlich zur dauerhaften Entzündung in den Atemwegen bei.

    Die Wirkung der Typ-2-Botenstoffe wird über spezifische Andockstellen auf Zellen, sogenannte Rezeptoren, vermittelt. Rezeptoren für IL-4, IL-13 und IL-5 befinden sich auf vielen Zellen, die am Entzündungsgeschehen beteiligt sind und bei unterschiedlichen Asthmaformen vorkommen. Docken die Interleukine an ihre entsprechenden Rezeptoren an, werden Entzündungsreaktionen ausgelöst. Diese können zur Schädigung der Lungenstruktur und zu vermehrter Schleimproduktion führen.

     

    Die Folge: verengte und überempfindliche Atemwege. Durch das überaktive Immunsystem und das damit einhergehende Übermaß dieser Interleukine wird die andauernde und wiederkehrende – also chronische – Entzündung in den Atemwegen verursacht.

Biologika – zielgerichtete Behandlung

Als Biologika bezeichnet man Medikamente, die biotechnologisch hergestellt werden. Das sind komplexe Wirkstoffe, die bereits seit einigen Jahren erfolgreich bei der Behandlung von vielen verschiedenen Erkrankungen (z. B. Asthma und Neurodermitis, aber auch Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose) zum Einsatz kommen. Sie greifen z.B. gezielt in die Entzündungsprozesse ein.

Auch monoklonale Antikörper werden zu der Arzneimittelgruppe der Biologika gezählt. Sie werden subkutan verabreicht, also unter die Haut gespritzt. Ihre Wirkung beruht auf ihrer Präzision: Sie erkennen spezifisch ein bestimmtes Molekül im Körper – z. B. einen ganz bestimmten Rezeptor für einen entzündungsfördernden Botenstoff.

Der monoklonale Antikörper bindet an den Rezeptor und verhindert so, dass der Botenstoff daran binden kann. Folglich kann dieser Teil der Entzündungs­reaktion nicht mehr ausgelöst werden. Dadurch kann das vom Antikörper „festgehaltene” oder „blockierte” Molekül seine ursprüngliche Funktion, wie z.B. das Auslösen einer Entzündungsreaktion, nicht mehr erfüllen.

Falls Sie zu diesem Behandlungsansatz weitere Detailfragen haben sollten, kann Ihnen Ihr Arzt sicherlich mehr Informationen geben.

Vorbeugen und das Immunsystem schützen

Unser Immunsystem leistet ununterbrochen Schwerstarbeit, um uns vor schädlichen Stoffen, Bakterien und Viren aus der Umwelt zu schützen. Besonders als Mensch mit schwerem Asthma sollten Sie Ihre Immunabwehr bestmöglich unterstützen. Denn werden Sie seltener krank, kann sich Ihr Körper besser auf die Symptomkontrolle Ihrer chronischen Erkrankung konzentrieren.

Regelmäßiges und richtiges Händewaschen

Gesunde und abwechslungs- ­reiche Ernährung mit viel Vitamin C und Zink

Ausreichend trinken

Alkohol vermeiden

Regelmäßige Bewegung

Stress vermeiden

Ausreichend Schlaf

Grippe und Erkältung bei schwerem Asthma

Bei jedem Atemzug kommen unsere Atemwege mit unzähligen Bakterien und Viren in Kontakt. Meistens stellt die Abwehr der Erreger kein Problem für den Körper dar.

Trotzdem kommt es immer wieder zu Infekten, die durch Viren und Bakterien hervorgerufen werden. Beide Arten – virale und bakterielle Infektionen – können zur Verschlechterung Ihres Asthmas führen, weil Ihre Atemwege in der Zeit von Grippe und Erkältungen besonders belastet sind.

Wenn Sie krank sind, kann das Einfluss auf Ihr Asthma nehmen. Achten Sie deshalb genau auf Ihre Symptome. Suchen Sie Ihren behandelnden Arzt auf, wenn Sie während oder nach einer Krankheitsphase Veränderungen an Ihrem Asthma feststellen. So kann Ihre Therapie schnellstmöglich angepasst und Verschlechterungen vermieden werden.

Inhalation in der Grippesaison

Viele Menschen mit schwerem Asthma zögern während der Erkältungs- und Grippezeit beim Benutzen ihrer Medikamente. Sie befürchten, dass die Inhalation bzw. Einnahme der Medikamente eventuell das Immunsystem schwächen könnte. Das ist meist nicht der Fall. Stattdessen sind Ihre Medikamente Teil Ihrer Therapie zur Vorbeugung einer Verschlechterung Ihrer Erkrankung. Auf keinen Fall sollten Sie eigenmächtig auf Ihre Medikamente verzichten oder Ihre Therapie eigenständig verändern. Wenn Sie verunsichert sind oder eine Verschlechterung Ihrer Symptome feststellen, zögern Sie nicht, Ihren behandelnden Arzt zu kontaktieren.

Generell gilt:

Menschen mit Asthma haben keine Immunschwäche, die sie anfälliger für Infekte macht. Das Immunsystem von Menschen mit Asthma ist vielmehr überaktiv und löst eine dauerhafte Entzündung in den Atemwegen aus.

Weitere Informationen zu Ihrer Therapie von Sanofi Genzyme

Ihr Arzt hat Ihnen zur Behandlung Ihres schweren Asthmas eine Therapie von Sanofi Genzyme verordnet? Im Login-Bereich finden Sie weitere Informationen. Für den Login nutzen Sie bitte einfach die Chargennummer (Ch.-B.) auf der Packung Ihres Medikaments.


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