Schweres Asthma verstehen

Das Verstehen Ihrer Erkrankung ist der erste Schritt, um besser mit ihr leben zu können. Die Einteilung der Asthma-Schweregrade richtet sich nach der Therapie, die erforderlich ist, um die Beschwerden eines Patienten unter Kontrolle zu halten. Wenn Sie trotz richtiger Anwendung von hochdosiertem inhalativen Kortison und langwirksamen bronchienerweiternden Medikamenten unter Asthma-Beschwerden leiden, liegt bei Ihnen möglicherweise ein schweres unkontrolliertes Asthma vor. Die hier folgenden Informationen zu schwerem Asthma ersetzen nicht das Gespräch mit Ihrem Arzt. Bei Fragen wenden Sie sich an Ihr Behandlungsteam.

Asthma bronchiale (kurz: Asthma) zählt zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Jeder zwanzigste Erwachsene und jedes zehnte Kind sind von der Erkrankung, die durch eine chronischeEine chronische Krankheit bedeutet, dass die Krankheit über einen langen Zeitraum bzw. ein Leben lang bestehen bleibt. Entzündung der Atemwege gekennzeichnet ist, betroffen.

Schweres Asthma – was passiert in der Lunge?

Typische Asthma-Symptome

Asthma ist eine sehr vielfältige Erkrankung. Die Beschwerden und deren Schweregrade unterscheiden sich zwischen den einzelnen Betroffenen oft deutlich. Bei Patienten mit schwerem Asthma sind die Symptome trotz der Anwendung von Medikamenten, im Vergleich zu schwächeren Verlaufsformen, in der Regel viel schwerwiegender und treten häufiger auf.

Die Atemwege reagieren oftmals besonders empfindlich auf eigentlich harmlose Reize, wie z. B. Pollen oder Kälte, und ziehen sich krampfartig zusammen. Im Zuge der Entzündung kommt es zu einem Anschwellen der Schleimhaut in den Atemwegen und es wird vermehrt zäher Schleim gebildet. Die Folge: Das Ausatmen wird erschwert und die typischen Asthmasymptome werden hervorgerufen. Hierzu zählen unter anderem eine pfeifende Ausatmung, Kurzatmigkeit und Luftnot, ein Engegefühl in der Brust und Husten.

Mögliche Auslöser der Symptome

Umweltfaktoren können typische Asthma-Symptome hervorrufen oder den Verlauf verschlechtern. Sie sind aber nicht die Ursache des Asthmas, sondern führen lediglich dazu, dass sich die Erkrankung durch ihre Symptome äußert.

Nicht allergische Auslöser sind z. B.:
Rauchen
Abgase
Kalte Luft
Allergische AuslöserAllergene sind eigentlich harmlose Substanzen, die allerdings bei Allergikern eine allergische Reaktion auslösen können. sind z. B.:
Milbenkot
Pollen
Nahrungsmittel
Schon gewusst?

Schlecht kontrolliertes Asthma macht besonders anfällig für Angst und Depressionen

Asthma kann nicht nur zu körperlichen Beschwerden führen, sondern auch die Seele stark belasten. Insbesondere, wenn das Asthma schlecht kontrolliert ist, leiden viele Menschen mit Asthma unter der Unberechenbarkeit der Erkrankung und den damit verbundenen Einschränkungen im Alltag. Auch Angehörige können oftmals diese Ängste nicht nehmen oder sind mitunter selbst durch ständige Sorge überfordert.

Zögern Sie nicht, Ihren Arzt und ihr Behandlungsteam anzusprechen, wenn Sie aufgrund Ihres schweren Asthmas unter Angst oder Depressionen leiden. Stress, Panik und Depressivität sind, genauso wie Ihre körperlichen Symptome, ein Teil des Asthmas, der aktiv angegangen werden kann.

Die Ursache von Asthma – eine dauerhafte Entzündung der Atemwege

Normalerweise stellt eine Entzündung eine natürliche und hilfreiche Reaktion des ImmunsystemsAls Immunsystem wird das biologische Abwehrsystem bezeichnet, das Gewebeschädigungen durch Krankheitserreger verhindert. Es ist ein komplexes Netzwerk aus verschiedenen Organen, Zelltypen und Molekülen. dar, um beispielsweise eingedrungene Bakterien zu identifizieren und unschädlich zu machen. Bei Asthma jedoch ist das Immunsystem überreaktiv und reagiert auf eigentlich harmlose Auslöser mit heftigen Entzündungsreaktionen in den Atemwegen.

Ursachen und Risikofaktoren

Sie haben sich bestimmt schon viele Gedanken zum Grund Ihrer Erkrankung gemacht: Woher kommt mein Asthma? Warum ich? Was genau sind die Auslöser? Mit diesen Fragen stehen Sie nicht allein da. Leider hat die Wissenschaft bis heute noch keine eindeutigen Antworten dazu gefunden, was die Ursachen der Erkrankung sind. Denn genauso vielfältig wie die Erscheinungsformen von Asthma, scheinen auch ihre Gründe zu sein.

Es gibt allerdings Faktoren, die mit der Entstehung von Asthma in Verbindung gebracht werden:

  • Genetische Veranlagung
  • Übergewicht
  • Psychische Belastung
  • Reizstoffe im Beruf (z. B. Desinfektionsmittel)

Im Kindesalter:

  • Häufige Infektionen der Atemwege
  • Rauchen der Eltern während und nach der Schwangerschaft
  • Frühgeburt
  • Niedriges Geburtsgewicht

Eine Erkrankung, viele Gesichter

Nicht jedes Asthma ist gleich, vielmehr lassen sich verschiedene Asthmaformen unterscheiden. Früher wurden je nach Auslöser insbesondere das allergische Asthma und das nicht-allergische Asthma unterschieden. Heute weiß man, dass bei bis zu 8 von 10 Patienten mit Asthma eine bestimmte Art von Entzündungsreaktion vorliegt, die sogenannte Typ-2-Entzündung. Vor diesem Hintergrund werden nun Asthmaformen mit und ohne Typ-2-Entzündung unterschieden.

Asthma mit Typ-2-Entzündung

z. B. allergisches Asthma, eosinophiles Asthma Namensgeber dieser Form des Asthmas sind die sogenannten eosinophilen Granulozyten – eine bestimme Unterform der weißen Blutkörperchen. Dies sind Zellen, die zum angeborenen Immunsystem zählen. Beim eosinophilen Asthma kommen sie in einem ungesunden Übermaß im Blut und im Lungengewebe vor und verursachen in den Atemwegen eine überschießende Entzündungsreaktion. , Mischformen Bei einer Mischform aus allergischem und nicht-allergischem Asthma können sowohl Allergene als auch unspezifische Reize wie kalte Luft, Zigarettenrauch, Infekte oder Parfüm einen Asthmaanfall oder eine Symptomverschlechterung auslösen. , Anstrengungsasthma Bei vielen Asthmatikern kann körperliche Anstrengung Asthmabeschwerden auslösen und gilt als Asthmatrigger.

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Nicht jedes Asthma ist gleich, vielmehr lassen sich verschiedene Asthmaformen unterscheiden. Früher wurden je nach Auslöser insbesondere das allergische Asthma und das nicht-allergische Asthma unterschieden. Heute weiß man, dass bei bis zu 8 von 10 Patienten mit Asthma eine bestimmte Art von Entzündungsreaktion vorliegt, die sogenannte Typ-2-Entzündung. Vor diesem Hintergrund werden nun Asthmaformen mit und ohne Typ-2-Entzündung unterschieden. Typ-2-Entzündungsreaktionen liegen bei den meisten Asthmatiker vor – genauer gesagt bei rund 80 %. Diese leiden an allergischen und nicht-allergischen Asthmaformen sowie Mischformen.

ca. 80 %

ca. 20 %

Asthma ohne Typ-2-Entzündung

z. B. Asthma durch Übergewicht Manche Asthma-Patienten mit starkem Übergewicht (Adipositas) haben ausgeprägte Atemwegssymptome, aber nur eine gering ausgeprägte Atemwegsentzündung. Bei adipösen Menschen ist Asthma schwieriger zu behandeln, da das Fettgewebe im Bauch zu einem verringerten Lungenvolumen führt. Dies kann zusammen mit mangelnder Fitness die Atemnot verschlimmern. , neutrophiles Asthma Beim sogenannten neutrophilen Asthma finden sich vermehrt neutrophile Granulozyten (eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen) im Blut. Dabei handelt es sich um spezialisierte Immunzellen, die einen Teil der angeborenen Immunabwehr ausmachen.

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Seltener sind Asthma-Formen, bei denen keine Typ-2-Entzündung vorliegt. Hierzu zählen z. B. Asthma durch starkes Übergewicht und neutrophiles Asthma.Beim sogenannten neutrophilen Asthma finden sich vermehrt neutrophile Granulozyten (eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen) im Blut. Dabei handelt es sich um spezialisierte Immunzellen, die einen Teil der angeborenen Immunabwehr ausmachen. Letzteres ist eine Form des Asthmas, bei der bestimmte Zellen – sogenannte neutrophile Granulozytenneutrophile Granulozyten sind Zellen des körpereigenen Abwehrsystems. Bei neutrophilem Asthma sind sie in erhöhter Anzahl im Sputum oder Blut zu finden. – vermehrt vorkommen.

Schweres Asthma behandeln

Welche möglichen Therapieansätze, Behandlungsmethoden und praktischen Tipps Ihnen bei schwerem Asthma zur Verfügung stehen, erfahren Sie hier.

Typ-2-Botenstoffe: die An-
treiber der Typ-2-Entzündung

Eine Entzündung ist ein komplexer Vorgang, an dem viele Zellen des Immunsystems und andere Körperzellen beteiligt sind. Damit die unterschiedlichen Zellen ihre Arbeit verrichten können, müssen sie in engem Austausch miteinander stehen. Diese Kommunikation findet mithilfe von verschiedenen BotenstoffenBotenstoffe sind chemische Substanzen im Körper, die gebraucht werden, um Informationen zwischen Zellen weiterzugeben und zu verbreiten. statt. Sie werden von Immunzellen produziert und freigesetzt, um den Ablauf der Entzündung zu koordinieren und die Aktivität der beteiligten Zellen zu steuern. Bei der Typ-2-Entzündung Die Typ-2-Entzündung stellt die häufigste Ursache von Asthma dar. Dabei handelt es sich um ein überaktives Immunsystem, welches auf eigentlich harmlose Auslöser mit heftigen Entzündungsreaktionen in den Atemwegen reagiert. Asthmaformen, die durch eine Typ-2-Entzündung hervorgerufen werden, sind beispielsweise eosinophiles und allergisches Asthma. sind es sogenannte InterleukineInterleukine (abgekürzt: IL) sind Botenstoffe, die Prozesse des Immunsystems beeinflussen, indem sie Botschaften zwischen den Zellen übermitteln., die als Botenstoffe agieren und die Entzündung anheizen. Aufgrund des überreaktiven Immunsystems bei Asthma mit Typ-2-Entzündung ist ein Übermaß an entzündungsfördernden Botenstoffen Interleukin-4 (IL-4) und -13 (IL-13) vorhanden. Die Wirkung der Interleukine wird über spezifische Andockstellen auf Zellen, sogenannte Rezeptoren, vermittelt. Diese befinden sich auf vielen Zellen, die am Entzündungsgeschehen beteiligt sind und bei unterschiedlichen Asthmaformen vorkommen. Docken die Interleukine an ihre entsprechenden Rezeptoren an, werden Entzündungsreaktionen ausgelöst.

Was sind eigentlich Biomarker?

Um zwischen den einzelnen Asthmaformen unterscheiden zu können, wird u. a. nach individuell vorhandenen Krankheitsmerkmalen im Blut, im SputumSputum ist das abgehustete, schleimige Sekret der Bronchien. Man spricht deshalb auch von Auswurf. und in der Atemluft gesucht. Diese Merkmale werden als BiomarkerBiomarker sind nachweisbare Merkmale, die auf eine bestimmte Erkrankung hindeuten oder Aufschluss über den Krankheitsverlauf geben können. Bei Asthma können die Anzahl der eosinophilen Granulozyten, die Konzentration der IgE-Antikörper oder der Anteil des ausgeatmeten Stickstoffmonoxids (FeNO) als Biomarker fungieren. bezeichnet und geben Aufschluss über die vorliegende Asthmaform. Je besser man den individuellen „Asthma-Fingerabdruck“ versteht, desto besser lässt sich die Therapie optimieren, da nicht jede Asthmaform auf jedes Medikament gleich gut anspricht.

Bei Asthma können u. a. folgende Biomarker erhöht sein:

Eosinophile Granulozyten sind Zellen des körpereigenen Abwehrsystems und ein normaler Bestandteil des Blutes. Bei eosinophilem AsthmaNamensgeber dieser Form des Asthmas sind die sogenannten eosinophilen Granulozyten – eine bestimme Unterform der weißen Blutkörperchen. Dies sind Zellen, die zum angeborenen Immunsystem zählen. Beim eosinophilen Asthma kommen sie in einem ungesunden Übermaß im Blut und im Lungengewebe vor und verursachen in den Atemwegen eine überschießende Entzündungsreaktion. , dem eine Typ-2-Ent­zündung Die Typ-2-Entzündung stellt die häufigste Ursache von Asthma dar. Dabei handelt es sich um ein überaktives Immunsystem, welches auf eigentlich harmlose Auslöser mit heftigen Entzündungsreaktionen in den Atemwegen reagiert. Asthmaformen, die durch eine Typ-2-Entzündung hervorgerufen werden, sind beispielsweise eosinophiles und allergisches Asthma.zugrunde liegt, sind sie für die Entzündung in den Atemwegen verantwortlich. Da sie über die Blutbahn in die Atemwege gelangen, sind sie bei eosinophilem Asthma nicht nur im Sputum, sondern auch im Blut im Übermaß nachweisbar.

IgE-Antikörper (Immunglobulin E-Antikörper) spielen eine zentrale Rolle bei allergischem Asthma, dem ebenfalls eine Typ-2-Entzündung zugrunde liegt. Bei dieser Form von Asthma lösen eigentlich harmlose ­Substanzen, wie z. B. Pollen und Staub, eine allergische Reaktion und dadurch die Asthma-beschwerden aus. IgE-­Antikörper sind daher im Blut von ­Patienten mit ­allergischem Asthma in erhöhter Konzentration zu finden.

FeNO beschreibt den Anteil des ausgeatmeten Stickstoffmonoxids (NO). Bei einer Atemwegsentzündung werden höhere Stickstoffmonoxid-­Werte als üblich aus den Zellen der Atemwegs-schleimhaut freigesetzt. FeNO kann damit als Marker für das Ausmaß der vorliegenden Atemwegsentzündung dienen.

Schon gewusst?

Das ist „Airway Remodeling“

Wie unkontrolliert ist mein Asthma?

Ziel der Asthma-Therapie ist es, das Asthma unter Kontrolle zu bekommen.
Asthma gilt im Allgemeinen als eine gut behandelbare Erkrankung.

Gut kontrolliert:

Bei einem gut kontrollierten Asthma, treten tagsüber und nachts keine oder nur sehr selten Beschwerden auf. Körperliche Aktivitäten sind uneingeschränkt möglich. Notfallmedikamente kommen nur äußerst selten zum Einsatz.

Unkontrolliert:

Als unkontrolliert oder nicht ausreichend kontrolliert wird Asthma bezeichnet, wenn es trotz der richtigen und regelmäßigen Anwendung der verordneten Medikamente zu Beschwerden kommt.

Ob Ihr Asthma unkontrolliert ist, kann Ihnen ein Asthma-Kontrolltest verraten. Ein Asthma-Tagebuch kann Sie bei der Einschätzung unterstützen. Fragen Sie Ihr Behandlungsteam nach einem Asthma-Tagebuch. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Asthma nicht kontrolliert ist oder eine Zunahme Ihrer Symptome feststellen, sollten Sie in jedem Fall Ihren Arzt kontaktieren. Er wird eine intensive Anamnese durchführen und Ihre Behandlungsmaßnahmen anpassen.

Begleiterkrankungen:
bei schwerem Asthma nicht selten

Patienten mit schwerem Asthma leiden oft auch an anderen Erkrankungen, bei denen ebenfalls eine Typ-2-Entzündung die Ursache ist.

Mein schweres unkontrolliertes Asthma behandeln

Sie wollen mehr zu den gängigen und neuen Behandlungsmöglichkeiten bei schwerem unkontrolliertem Asthma erfahren? Hier geht´s lang:

Bei Fragen steht Ihnen unser Service-Team von Aktiv mit schwerem Asthma gebührenfrei sehr gern zur Verfügung: 0800 50 500 20
E-Mail: service@aktiv-mit-schwerem-asthma.de